Das richtige Sitzen - von Therapeuten erklärt

1. Sitzen Sie auf einer geraden Stuhlfläche

 

Sitzen Sie auf einem Stuhl mit einer geraden oder leicht nach vorn geneigten Sitzfläche. Das Becken hat beim Sitzen die Form eines Ei´s. Aufgrund einer nach hinten geneigten Sitzfläche hat das Becken die Tendenz nach hinten zu rollen oder zu kippen. Neben einem angespannten Bauch und einem geringen Atemvolumen führt dieses Sitzen zu einem weit vor dem Körper gehaltenen Kopf. Ebenso verschiebt sich die Statik des Körpers. Sie sitzen dann nicht mehr auf den Sitzbeinhöckern sondern mehr in Richtung Kreuzbein und Steißbein.

 

Ebenso verschwindet die Lordose, die leichte Krümmung der unteren Wirbelsäule, aus Ihrem unteren Rücken. Das führt zu einer erhöhten Belastung der Bandscheiben, die unter Druck geraten. Irgendwie sind die Bandscheiben jedoch zum Sitzen völlig ungeeignet. ;-) Die Scheibchen reagieren auf die Belastung mit den bekannten Vorwölbungen und Vorfällen. Beim Sitzen auf einer nach hinten geneigten Stuhlfläche sitzen Sie auch sehr unbeweglich. Ebenso verringert sich das Atemvolumen. Das führt wiederum zu einem geringeren Sauerstoffgehalt im Blut und somit auch im Gehirn. Und genau das ist die Grundvoraussetzung, um als Designer und/oder Möbelproduzent solche Stühle zu entwerfen. ;-) 

 

Praxistest: Rollen Sie Ihr Becken nach vorn und bewegen Sie Ihren Oberkörper in alle Richtungen und/oder drehen Sie Ihren Kopf. Rollen Sie Ihr Becken nach hinten, so dass Ihr Rücken rund wird und bewegen Sie wieder Ihren Oberkörper und / oder Ihren Kopf. Wann Sie sind beweglicher?


2. Sitzen Sie weit vorn am Stuhlrand

 

Je weiter vorn in Richtung Stuhlrand Sie sitzen, um so beweglicher sind Sie. Je weiter hinten Sie sitzen, um so mehr sitzen Sie auf Ihren rückwärtigen Oberschenkelmuskulatur. Ohne in das anatomische Detail gehen zu wollen: Jeder Anatom kann Ihnen erzählen, welche Aufgaben die rückwärtige Beinmuskulatur im Körper hat. Das Wort „Sitzen“ wird nicht einmal vorkommen. Je weiter hinten Sie sitzen, um so mehr quetschen Sie Ihre Beinbizeps zusammen. Um so mehr verkürzen diese und um so unbeweglicher sitzen Sie. Richtig Sitzen bedeutet auf seinen Sitzbeinhöcker zu sitzen. Diese knöchernen Vorsprünge des Becken heißen tatsächlich so und sollten auch von Ihnen dafür genutzt werden.

 

Praxistipp: Setzen Sie sich und schieben Sie Ihre Hände mit den Handflächen nach oben unter Ihrem Po. Bewegen Sie nun Ihr Becken und sie spüren die zwei knöchernen Vorsprünge ganz deutlich. Rollen Sie Ihr Becken nach vorn und Sie werden spüren, wie Ihre Sitzbeinhöcker immer weiter nach hinten gleiten. An diesen knöchernen Vorsprüngen ist die rückwärtige Oberschenkelmuskulatur befestigt. Sie werden also auch spüren, wie Ihre Beinbizeps länger und dabei gedehnt werden. Rollen Sie Ihr Becken zurück und Sie werden spüren, wie Ihre Sitzbeinhöcker verschwinden und sich Ihre Beinbizeps verkürzen. Die zu kurzen Beinbizeps führen über Faszien auch zu Unbeweglichkeiten in Ihrem Rücken.


4. Wechseln Sie immer wieder die Sitzposition

 

Stellen Sie mal ein Bein vor, dann das andere Bein. Stellen Sie ein Bein nach hinten oder sitzen Sie mal nur auf einer Po-Hälfte. Sitzen Sie aufrecht und auch mal gelümmelt. Wechseln Sie immer wieder die Position und sitzen Sie aktiv. Beispielsweise mit dem Senmotic XCP17 Stuhl. ;-) Je mehr Bewegung beim Sitzen entsteht, um so besser für Ihre Gesundheit.


3. Sitzen Sie auf einer harten Oberfläche

 

Nur das harte Sitzen ermöglicht es Ihnen, sich entgegen der Schwerkraft aufzurichten. Nur bei einem harten Widerstand bekommen Sie eindeutige Signale Ihrer Rezeptoren im Körper, die Ihnen sagen, dass Sie lange genug gesessen haben. Der Volksmund würde sagen, mir brennt der Arsch. ;-) Genau das ist das Signal, um aufzustehen und sich zu recken und zu strecken und ein paar Schritte zu gehen. Je weicher und bequemer Sie sitzen, um so diffuser ist das Signal Ihres Körpers und um so länger sitzen Sie. Leider ist ein langes Sitzen schädlich für den Körper. Das ist wie beim Frosch kochen. Werfen Sie ihn in das heiße Wasser, springt er sofort heraus. Legen Sie ihn in das lauwarme Wasser und erhöhen die Temperatur allmählich. Der Frosch fühlt sich immer wohler bis er plötzlich gekocht ist. Weich und bequem ist das langsame Erwärmen des Wasser beim Sitzens. Viele Monde ist alles gut und eines Tages wacht man auf und hat starke Rückenschmerzen.


5. Je höher Sie Sitzen, um so mehr entlasten Sie Ihren Rücken

 

Im Internet, wo die Experten wie Pilze aus dem Boden schießen, kursieren viele Meinungen zum richtigen Sitzen. Was Sie alle gemeinsam haben: Sie wurden von medizinischen Dilettanten geschrieben. Häufig sogar von Dilettanten aus dem medizinischen Bereich. Allein das klare Denken fehlt. Wie auch so häufig im medizinischen Bereich. ;-)  Das Hüftgelenk sollte stets höher als die Knie beim richtigen Sitzen stehen. Je höher das Hüftgelenk über dem Knie steht, um so mehr wird Ihr Rücken entlastet.

 

Denn nur dann wird das Gewicht Ihres Oberkörpers auf die Fuße übertragen und in den Boden abgeleitet. Steht das Hüftgelenk auf einer Linie mit dem Kniegelenk, liegt die ganze Last Ihres Oberkörpers auf Ihrer Wirbelsäule und dem Becken. Doch soweit wir wissen, tragen immer noch die Füße Ihr Körpergewicht. ;-) Das richtige Sitzen bildet hierbei keine Ausnahme. Je höher Sie sitzen, um so beweglicher sind Sie. Ideal wäre dann das Stehen. Da sind Sie am Beweglichsten… Sie können laufen, gehen, springen, sich drehen und wenden, beugen, sich zurücklehnen usw. Je tiefer Sie sitzen, um so mehr nimmt diese Beweglichkeit ab.

 

Praxistipp: Setzen Sie sich auf eine gerade Sitzfläche und sitzen Sie so tief, dass Ihr Hüftgelenk auf einer Höhe mit den Kniegelenken liegt. Spüren Sie in Ihre Füße. Stellen Sie jetzt die Sitzfläche höher, so dass das Hüftgelenk deutlich höher liegt als das Kniegelenk. Spüren Sie wieder in Ihre Füße. Sie werden dort deutlich mehr Körpergewicht auf Ihren Füßen und Druck auf dem Boden erleben.


6. Tragen Sie flache Schuhe beim Sitzen

 

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass bei Schuhen selbst mit nur leichten Absätzen Ihre Fersen nie bis auf den Boden reichen? Diese freiwillig eingenommene Fehlstellung verkürzt die Rückseite Ihrer Beine und fehlt zu Fehlstellungen der Beine und Füße. Wir wissen das ganz genau, denn wir behandeln tagtäglich als Faszientherapeuten Menschen mit diesen Verkürzungen. Deswegen tragen Sie bitte auch beim Sitzen keine oder ganz flache Schuhe mit Nulllinie. Langes unbewegliches Sitzen führt prinzipiell zu Verkürzungen in ihrem Körper. Schuhe mit Absätze beschleunigen diesen Prozess. Wir empfehlen diesbezüglich Barfußschuhe. Entweder Senmotic Barfußschuhe aus unserer Produktion „Made in Germany“ oder von anderen Herstellern.


 

 

6. Tragen Sie flache Schuhe beim Sitzen

 

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass bei Schuhen selbst mit nur leichten Absätzen Ihre Fersen nie bis auf den Boden reichen? Diese freiwillig eingenommene Fehlstellung verkürzt die Rückseite Ihrer Beine und fehlt zu Fehlstellungen der Beine und Füße. Wir wissen das ganz genau, denn wir behandeln tagtäglich als Faszientherapeuten Menschen mit diesen Verkürzungen. Deswegen tragen Sie bitte auch beim Sitzen keine oder ganz flache Schuhe mit Nulllinie. Langes unbewegliches Sitzen führt prinzipiell zu Verkürzungen in ihrem Körper. Schuhe mit Absätze beschleunigen diesen Prozess. Wir empfehlen diesbezüglich Barfußschuhe. Entweder Senmotic Barfußschuhe aus unserer Produktion „Made in Germany“ oder von anderen Herstellern.

 

7. Verzichten Sie auf die Rückenlehne beim aktiven Sitzen

 

Im Körper gibt es ein Prinzip. Was nicht genutzt wird, wird abgebaut und verkümmert. Deswegen empfehlen wir regelmäßig Sex. ;-) Wenn Sie sich beispielsweise einen Arm brechen und den Arm 4 Wochen in Gips tragen, werden Sie erstaunt sein, wenn der Gips entfernt wird. Ihr Arm lässt sich kaum bewegen und ist sehr dünn. Die Muskeln haben sich zurückgebildet und das Ellbogengelenk hat nur noch einen geringen Bewegungsradius. Nun stellen Sie sich vor, was mit Ihrem Rücken passiert, wenn Sie sich über Jahre anlehnen. Diese Stütze schwächt Ihren Rücken enorm. Kleine Muskeln, die die Wirbelsäule aufrichten, bleib inaktiv und verkümmern. Muskulatur, die Sie von hinten her aufrichtet, bleibt inaktiv. Faszienschichten verkürzen sich und werden unflexibel. Sie verleiten jeden Bezug zu Ihrem Rücken und können ihn nicht mehr fühlen. Am Ende steht ein steifer Rücken, der jegliche Funktion verloren hat und sich nur noch durch Schmerz mitteilt. Klugerweise sollten Sie auf eine Lehne verzichten und Ihren Rücken auch beim Sitzen frei und beweglich halten. So erhalten Sie Ihre Gesundheit und die volle Beweglichkeit auch beim längeren Sitzen.

 

 

8. Die Möbelindustrie fängt Sie mit dem Zauberwort „Bequem"

 

Seit Milliarden Jahren passt sich die Zelle der Umgebung an. Deshalb funktioniert das Leben und Überleben. Nur weil sich zahlreiche einzelne Zellen zu einem Verbund finden und für kurze Zeit Sie bilden, wird dieses universelle Prinzip nicht über den Haufen geworfen. Heute sollen sich Matratzen, Stühle, Sofas und vieles mehr dem Menschen anpassen. Bequem, weich und dekadent soll es der Zellhaufen Mensch haben. Leider ist dieses Prinzip gegen die Natur. Und so schickt uns zuerst das universelle Prinzip der Anpassungsfähigkeit eine Botschaft in Form von Schmerzen. Leben wir weiter unnatürlich und rennen stattdessen zum Mediziner, der uns heilen soll während wir so bleiben wollen wie wir sind, bekommt eine klare Botschaft. Wer erwartet, dass sich die Dinge gefälligst uns anpassen müssen, wird sich ganz schnell als Humus wiederfinden. So ist das Leben. ;-)

 

Seien Sie klug. Lernen Sie wieder, sich der den Dingen anzupassen. Sitzen Sie härter und schlafen Sie härter. Benutzen Sie Treppen statt Fahrstühle. Stellen Sie an Ihrem Arbeitsplatz Telefon und Drucker soweit weg, dass Sie immer wieder aufstehen müssen. Ihr größter Feind ist Ihre eigene Bequemlichkeit und Faulheit. Deswegen sorgen Sie für Bewegung und stellen Sie alle Utensilien soweit weg, dass Sie sich bewegen und aufstehen müssen. Denken Sie in dem Gesetz der großen Zahl. Wenn Sie jetzt Aufstehen und drei Schritte gehen müssen, um an Ihre Drucker zu kommen, sind das bei 5 Arbeitstagen 15 Schritte. Im Monat 60 Schritte und im Jahr 720 Schritte. In 10 Jahren 7200 zusätzliche Schritte. Wie Sie sehen…. es sind die vielen kleinen Dinge und Veränderungen, die sich am Ende summieren. Und da geht es beim richtigen Sitzen, Gehen und Stehen los…